Tschigat (2998m)

Tour zu Erwins „Trainingsberg“
Anne u. Manfred, Linda u.  Karl

Aufstieg zum TschigatKeinen Berg hat Erwin, der Gastwirt von Oberöberst, wohl öfter bestiegen als den Tschigat. Er hat diesen markanten Aussichtsgipfel in der Texelgruppe sowohl von Pfelders, von der Lodnerhütte als auch vom Hochganghaus wiederholt in Angriff genommen.

Dabei schwärmt er in Erzählungen immer wieder vom Erlebnis des Sonnenaufgangs auf dem Tschigat oder auch „Cigot“, wie er den Berg nennt.

Auch die Routen im Gipfelbereich hat er alle begangen, dabei kennt er Zustiege, die selbst den Ziegenhirten verborgen geblieben sind. Am liebsten läuft er allerdings direkt von Oberöberst durch das Spronsertal, über die Spronserseen zur Milchseescharte und von dort über die weglosen Grate zum Tschigatgipfel.

Lazinser-Alm-HütteSeine lebhaften Erzählungen haben auch uns motiviert, den Tschigat am 27.07.05 zu versuchen. Auf Erwins Empfehlung wählen wir den Zustieg aus Richtung Pfelders. Den Wagen parken wir an der Talstation des Grünbodenliftes. Auf dem leicht ansteigenden, bequemen Forstweg laufen wir zunächst in Richtung Lazinser Alm, die wir in einer knappen Stunde erreichen. Hier nutzen wir die letzte Einkehrmöglichkeit vor dem Gipfel zu einer kurzen Rast.

In Serpentinen geht es auf dem alten Militärweg Weg Richtung Stettiner Hütte steil bergauf. An dem Steinmandl auf der ersten Geländestufe biegen wir jedoch auf den Weg Nr. 40 nach links ab ins Lazinser Tal Richtung Halsljoch. Über Adelsalm-Hütte (nicht bewirtschaftet)wunderschöne Almflächen, vorbei an der Andelsalm (nicht bewirtet), steigen wir aufwärts. Rechts von uns ragen die weißen Felswände von Lodner und Hoher Weiße auf. Unterhalb des Jochs enden die blumenübersäten Almwiesen und es gilt über unwegsames Blockwerk hinauf zu klettern. Nach ca. 4 Stunden erreichen wir das Halsljoch (2808m). In Richtung Vinschgau schauen wir hinunter auf die Tablander Laken. Rechts von uns erhebt sich der Gipfel der Lazinser Rötelspitze und links der Tschigat. Leider steigen aus dem Vinschgau derart dichte Wolken auf, dass wir nicht auf ungetrübten Fernblick hoffen dürfen.

Unsere Rucksäcke lassen wir am Joch zurück, um den etwa einstündige Gipfelanstieg mit Kletterstellen im I . und II. Grad nicht zusätzlich zu erschweren. Über den Nordwestgrat klettern wir über diverse Erhebungen, teils Gipfelfoto Tschigat 2998 mrecht ausgesetzt, auf und ab. Nach einer Scharte geht es zunächst in einer Rinne noch einmal 30m hinab und anschließend über eine mit Ketten gesicherte steile Felsplatte hinauf zum eigentlichen Gipfelaufbau. Der nun folgende Geröllhang erfordert besondere Vorsicht, weil das Gelände sehr steil ist und Griffe und Tritte nur wenig Halt bieten. Unmittelbar unter dem Gipfelkreuz steigt es sich über Felsblöcke wieder leichter.

Leider können wir das 360-Grad-Panorama auf dem Tschigat nicht genießen. Dialog mit ca. 40 Ziegen auf dem AdelsbodenDichte Wolken hüllen den Gipfel ein und versperren den Tiefblick auf die Spronserseen, den Vinschgau und Meran. Nach kurzer Rast und den obligatorischen Gipfelfotos klettern wir wieder ab. Vom Halsljoch geht es auf dem Anstiegsweg wieder zurück nach Pfelders. Auf den Andelsböden schließt sich uns eine Herde von ca. 40 Ziegen an, die mit Manfred in einen intensiven Dialog treten.

Nach kurzer Einkehr auf der Lazinser Alm und insgesamt 9 Stunden Gehzeit erreichen wir einigermaßen erschöpft unseren Parkplatz. Der Tschigat hat uns konditionell ganz schön gefordert.